Lipizzaner - Die ganz besonderen Dressurpferde
Erstellt von Alexandra am 20. November 2008
Welcher Dressurreiter könnte von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat, einmal auf dem Rücken eines Lipizzaners zu sitzen, jenen edlen Pferden, die seit Jahrhunderten in der Spanischen Hofreitschule in Wien die Besucher begeistern.
Wenn diese Pferde ihre ganz besonderen Lektionen der “Hohen Schule” wie Levade, Courbette oder Kapriole zeigen, beeindruckt das jeden Reiter und Pferdefan. Aber auch die ganz normalen Dressurlektionen sehen bei diesen Pferden besonders erhaben und schön aus, da sie durch ihr barockes Aussehen und die hohe Beinaktion ein ganz anderes Dressurreiten als die deutschen Rassen zeigen. Videos von den Hengsten der Spanischen Hofreitschule findet ihr im equiworxx Blog.
Besonders angenehm empfinden viele Dressurreiter die Art von Gängen, welche die Lipzzaner zeigen. Sie seien wie ein Schweben mit dem Pferd. Lipizzaner gehören bei Fans des Barockreitens zu den beliebtesten Pferderassen.
Aber vor allem ist es auch ihr ruhiger, ausgeglichener Charakter, der Lipizzaner besonders macht. Viele Reiter sehen Lipizzaner als ideale Pferde für Kinder und Lehrpferde für junge Reiter an. Tatsächlich sind Lipizzaner außergewöhnlich ruhig, intelligent und gelehrig. Was einem anderen Dressurpferd manchmal lange beigebracht werden muss, begreifen diese Pferde sehr schnell. Zudem sind Lipizzaner sehr langlebig, können noch mit über 20 Jahren ihren Dressursport ausüben, was auch die Tiere der Hofreitschule eindrucksvoll beweisen.
Lipizzaner sind dafür jedoch Spätentwickler, aber wenn sie erst einmal ihre Ausbildung begonnen haben, werden sie schnell zu sehr guten Pferden.
Die Geschichte der systematischen Lipizzaner-Zucht begann im 18. Jahrhundert mit den fünf Begründern der Rasse: Pluto war ein weißer spanischer Hengst aus dem dänischen Fredericksborg, Conversano ein Neapolitaner, Favory ein falbfarbener Kladruber, Siglavy ein Araber und Maestoso eine Mischung aus Neapolitaner und Spanier.
Schon 1580 ließ Erzherzog Karl II. von Österreich 25 Hengste und 24 Stuten aus Spanien importieren. Diese bildeten den Grundstock für die Zucht. In Lipica im heutigen Kroatien entstand das berühmte Gestüt gleichen Namens. Mehr dazu fand ich auf dieser Seite.
Dazu kam noch das Stutengestüt im österreichischen Piber, wo sich der herzogliche Stall befand. Hier gibt’s mehr Infos.
Die aus diesen Pferden eigens gezüchtete Rasse sollte den Marstall des Kaisers bestücken. 1572 wurde auch eine komplett aus Holz bestehende Reithalle gebaut, wo die Adlige im Reiten unterrichtet wurden. 1735 wurde die heutige Winterreitschule von Kaiser Karl VI. erbaut - sie begeistert bis in die Gegenwart.
Die Geschichte der Lipizzaner ist die Geschichte Österreichs und Wiens. Immer dienten die Pferde den Herrschern vor prächtigen Kutschen und in der Hofreitschule.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Lipizzaner von den amerikanischen Truppen vor den anrückenden Russen gerettet und konnten möglicherweise so als eigene Rasse überleben.
Lipizzaner sind nur etwa 1, 51 Meter bis 1,62 Meter groß, deshalb auch sehr gut für Kinder geeignet.
Sie begeistern durch ihren feinen Kopf, der häufig deutlich arabischen Einfluss zeigt.
Lipizzaner sind kompakte Pferde, der Hals ist muskulös, die Gliedmaßen kurz du kräftig. Die Farbe der Lipizzaner ist bekanntermaßen der Schimmel, aber es gibt auch Braune. Besonders berühmt ist der dunkle Hengst, der stets im Programm der Wiener Hofreitschule auftritt.
Auch bei Astrid und Pferdethema.de fand ich eine gute Beschreibung der Rasse.
Wer einmal die Gelegenheit erhält, auf einem Lipizzaner einige Dressurlektionen reiten zu können, der sollte darauf auf gar keinen Fall verzichten. Die Gänge sind sehr athletisch und geschmeidig, und von der Bewegung her einfach anders als bei den deutschen Rassen.
Copyright: PIXELIO/DanielSternchen
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